Über uns - Tradition und Historie

ART & ARTISAN fair-trade-products online führt als Webshop eine sehr alte Traditionslinie des FAIREN HANDELs fort.
 
 
Dieter Hartmann, aus einer wohlhabenden Familie stammend, hatte anfangs der 1970er Jahre beschlossen, sein Geld für Fairen Handel einzusetzen. Mit dem TEAM-Versand etablierte er ein Versandhaus, das mit gedruckten Katalogen - Internet und WebShops waren damals noch nicht einmal erdacht - das Thema in jeden Haushalt bringen konnte. In jener Zeit waren die Weltläden im Westen der Republik noch dünn gestreut, ca. alle 100 km mal einer, und in der DDR war Fairer Handel völlig unmöglich.
 
Als er in den 90er Jahren aus Altersgründen aufhören wollte, übernahm eine schon lange vorher gegründete, sehr aktive Unterstützer-Gruppe des DAHW (Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk) diese Aktivitäten. Sie nannten das Unternehmen nun DAMIAN-TEAM-Versand. DAMIAN bezog sich auf Pater Damian de Veuster, dem Apostel der Aussätzigen (von Papst Benedikt XVI am 11. Oktober 2009 heilig gesprochen), und verwies damit auf Herkunt und Ausrichtung der Initiative.
 
Jahr für Jahr sind Kontakte zu kleineren Lieferanten, meist Familienunternehmen oder Kooperativen in aller Welt aufgebaut worden. Das Projektteam hat sich über deren Arbeitsbedingungen und Lohnstrukturen informiert, sich mit den Sorgen und Nöten der Menschen dort befasst und so die Gewähr dafür erhalten, dass die Arbeitnehmer fair behandelt und bezahlt werden und durch die Aufträge ihre Existenz und die ihrer Mitarbeiter gesichert werden kann. Mit einem offenen Blick für die kulturellen Besonderheiten der verschiedenen Länder wurde das Sortiment des DAMIAN-Team-Versands zu einer bis dahin ungekannten ethnologischenTiefe mit handwerklich anspruchsvollen Produkten und Unikaten über die einfachen (kunst)handwerklichen Erzeugnisse hinaus entwickelt. 2011 aber musste der DAMIAN-Team-Versand in seinem großen Format aus gesundheitlichen Gründen geschlossen werden.
 
Gabriele Braun, eine Mitarbeiterin aus dem Team, hat von da an unter dem Namen 'Die Wohlfühlinsel' in stark reduziertem Umfang mit einem guten Dutzend der Produzenten-Partner Import und Vertrieb weitergeführt.
 
Auch sie wollte nun die Aufgabe weitergeben und hat 2018 mit Bernhard Baier und ART & ARTISAN fair-trade-products online einen Weg gefunden, den Partnern Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.
 
 

Über uns - ART & ARTISAN Kunst und Künstler               

Im Mittelpunkt der Arbeit stehen der kulturelle Austausch, das ‚Einander-Verstehen‘ über den künstlerischen Ausdruck. Jede Kultur hat ihre Wurzeln in archaischen Zeiten, ist geprägt von Jahrhunderte, ja Jahrtausende alten Entwicklungen, Beeinflussungen, Überlagerungen, Verschiebungen. Aus diesen Schichtungen sind einzigartige Erscheinungen entstanden, die das Selbstverständnis der Menschen individuell ebenso prägen wie in ihrem ethnisch-kulturellen Kontext.

ART & ARTISAN greift diesen Reichtum auf, versucht, das Besondere zu vermitteln, das in jedem Produkt der Partnerinnen und Partner liegt. Das können Unikate meisterlicher Handwerkskunst ebenso sein wie originelle Ideen oder Konzepte. Aber auch den einfachen Handwerkerinnen und Handwerkern sieht sich ART & ARTISAN verpflichtet, die ihren Lebensunterhalt mit unspektakulären, qualitativ hochwertigen Produkten verdienen.

Angesichts der realwirtschaftlichen Größe von ART & ARTISAN wäre es vermessen, hochtrabende gesellschaftliche Ziele für die Situation in den Herkunftsländern zu formulieren. Ebenso wenig darf eine kleine Organisation wie ART & ARTISAN für sich in Anspruch nehmen, in seinem Wirkungskreis in Deutschland und Österreich große Veränderungen auszulösen. ART & ARTISAN versteht sich als Teil der Bewegung des Fairen Handels, die insbesondere in Deutschland von unten her entstanden ist und wächst. Sie hat so im Laufe der letzten Jahrzehnte viele ehemals als radikal angesehene Positionen, wie sie beispielsweise vom Club of Rome 1972 in „Grenzen des Wachstums“ formuliert waren, in die Mitte der Gesellschaft transportiert. Angesichts der nun schon jahrelang andauernden Flüchtlingssituation ist diese Vermittlerrolle aktuell wie selten zuvor.

Das konzeptionelle Programm von ART & ARTISAN – als Firma gegründet 2013 – verknüpfe ich mit meiner Person Bernhard Baier. Als Student von Politik und Pädagogik war ich bei der Gründung des Weltladens des Weltbrücke e.V. in Eichstätt beteiligt und dessen ehrenamtlicher Geschäftsführer. 1984 habe ich mich entschlossen, mein Leben ganz dem Fairen Handel zu widmen und meine Familie davon zu ernähren und bin seit dem in Projektentwicklung, Marketingberatung, Import und Großhandel und mit Vorträgen in diesem Bereich aktiv. Während mir bei den Produzentinnen und Produzenten wichtig ist, dass traditionelle Handwerkskunst erhalten bleibt und als stabilisierender Faktor einen fassbaren Gegenpunkt zu aussichtslosen Hoffnungen bildet, kommt es mir in Deutschland darauf an, dass durch die konkreten Beispiele echter Handwerkskunst Respekt und gleiche Augenhöhe im kulturellen Austausch entstehen. Die Weltläden möchte ich ermutigen, sich als Botschaften und Konsulate solcher Kulturarbeit zu verstehen.

Die Partnerinnen und Partner von ART & ARTISAN sind meist kleine Betriebe, einzelne Künstler, manche auch Exportorganisationen des Fairen Handels. Sie sind in Afrika, in den Ländern Marokko, Kenia, Ghana, in Asien in Afghanistan, Nepal, Indien, BanglaDesh, Sri Lanka, Thailand, Indonesien und auf den Philippinen und in Lateinamerika in Peru, Guatemala und El Salvador. Manche Kontakte, deren Produkte ART & ARTISAN vertreibt, betreuen andere Organisationen des Fairen Handels, sei es, weil das Projekt von ihnen gegründet wurde oder weil deren Verbindung seit langem besteht. ART & ARTISAN sieht auch in solcher Zusammenarbeit wie mit Indian Handweaving (KKM-Lepra-Projekt in Indien), EWH (Österreich – div. Projekte), NAZO (Schmuck aus Afghanistan) oder graswurzel (Kokosfaser-Fußmatten aus Sri Lanka) Fairen Handel verwirklicht.

ART & ARTISAN versteht sich mit seinem Fairen Handel(n) als Vermittler von Know-How, Kontakten, Chancen vorwiegend für Menschen in der so genannten Dritten Welt. Der Warenverkauf ist Mittel zu diesen Zwecken und trägt wirtschaftlich zu einem besseren Leben bei.